Das Geschäft Transphobie

Luzern/Bern: Dr. med. Haupt, von Trans-evidence e.V., kommt in seiner jüngsten Publikation, zum Workshop: „Trans-Betreuung/Begleitung ohne transphobe Scheuklappen“ Transtagung Schweiz „Born this way!“ 07.09.2013 in Bern, Transgender Network Switzerland, zu der provozierend bis deprimierenden Feststellung:

Transphobie ist scheinbar „das Normale“, nicht Transsexualität!

„Transphobie ist gesellschaftlicher Standard“, so Dr. Haupt, „sie prägt ein breites Denken über Trans und sie bestimmt den Umgang mit transsexuellen Menschen. Sie umfasst alle Aspekte des Trans-Alltags, sie ist totalitär. Arbeit, Familie, Partnerschaft, Wohnen, Freizeit, Freunde … und … alles wird getroffen.“

Transphobie – Rezept zum Geld machen

Was haben Transphobie und Psychotherapie miteinander zu tun?

Die Antwort ist einfach, Dr. Haupt:

  1. Ohne Transphobie wäre Psychotherapie für transsexuelle Menschen absolut uninteressant und überflüssig.
  2. Durch die Transphobie können PsychotherapeutInnen mit transsexuellen Menschen Geld verdienen.

Transphobie braucht es eben – um, Zwangs-Psychotherapien, Alltagstests, Gutachten, Studien und Gutachten für Regierungen, Gutachten Aufträge von Justiz und Gerichten, – umfangreich Vermarkten zu können.

Mit welchen Methoden, Lügen sie, die profitable Transphobie produzieren und am Leben halten, haben wir in vergangenen Artikeln, häufig Thematisiert.

Transphobie ist ein Moloch

Dr Haupt: „Transphobie bedeutet schlicht und einfach Feindschaft, Hass, Ablehnung und Ekel gegenüber transsexuellen Menschen, praktisch wird sie als Diskriminierung, Unterdrückung und Brutalitäten erfahren. Sie versetzt transsexuelle Menschen in Angst und Schrecken, blockiert sie auf ihrem Weg. Zwingt sie in die Deep-Stealth-Emigration. Sie verführt zum cleveren Austricksen. Es gibt keinen transsexuellen Menschen, den die Transphobie nicht wenigstens einmal eingeholt hat. Sie erwischt jeden früher oder später, auch die vermeintlichen Trans-Glückskinder.“

Trans* Menschen haben meist Ablehnung, Zwang, Erpressung und Ausgrenzung erfahren, ihnen wurde das Mädchen- bzw. Junge-Sein nicht geglaubt, die Umwelt behauptete das Gegenteil. Oder sie lebten ein Versteckspiel voller Angst und Einsamkeit, weil ihr Vertrauen missbraucht worden war. Die Seele  von Betroffen, ist von Narben der Verletzungen, der Einsamkeit, des Ausgestoßen seins, nur so übersät. Erlebnisse, die sich oft weit zurückliegend in der Kindheit abgespielt haben, wirken sich noch Jahrzehnte später im Leben der Betroffenen aus. Selbst viele Jahre nach der Transition kommen in bestimmten Situationen wieder Gefühle hoch, die Transmenschen bei der Entfaltung ihres vollen Potentials blockieren.

Teilt uns ein Freund, ein Geschwister oder naher Bekannter mit, dass sie/er trans ist, kann dies Angst, Trauer, Schuldgefühle oder auch das Gefühl von Ablehnung in uns auslösen. Das kann die Beziehung zum betroffenen Transmenschen stark belasten, bzw. Verunmöglichen. Die Frage, „was denken die Anderen über mich“, wenn ich freundschaftliche  Beziehungen zu betroffenen Transmenschen habe, „werden sie mich für Pervers und Schwul halten“ – stellt sich vielen. Im Zweifel, wird das Risiko nicht eingegangen und ein Bogen um den Transmenschen gemacht. Ablehnung, Zwang, Erpressung und Ausgrenzung gehen weiter, führen den Einzelnen in Bodenlose Einsamkeit, alleine unter Millionen – bis schließlich zu völligen, endgültigen Verzweiflung. An Dinge wie Liebesbeziehungen oder Heirat ist real, überhaupt nicht zu denken.

Deep-Stealth-Emigration bleibt leider heute immer noch, der letzte und einzige Ausweg um dem Ausgestoßen sein,  Ablehnung und Ausgrenzung, der ganzen Unterdrückung zu entgehen, doch zu einem hohen Preis. Alleine die berechtigte Paranoia, in seinem schwer erkämpften sozialen Environment, ein Zwangs Outing zu erleiden, was dann den Verlust aller sozialen Beziehungen, der Wohnung und des Arbeitsplatzes nach sich ziehen können. Es kann einem sogar, wie kürzlich in England geschehen, im Haft bringen. Das Versteckspiel voller Angst und Einsamkeit geht weiter, im nächsten Akt.

Was Trans Aktivistinnen, die Deep-Stealth abgesagt hatten, um fortan offen mit Ts umzugehen, bisher erreicht haben, ist erschreckend wenig. Es mag wohl für eine gewisse Emanzipation im Internet gereicht haben, doch trotz der enorm vielen, die z.B. in Blogs ihre Erfahrungen öffentlich teilen – bis ins reale Leben des Individuums hat es bisher nicht gereicht. Auch sie bleiben Geächtete – Ausstoßung,  Ablehnung und Ausgrenzung geht weiter, nie ganz offen, sie reden über dich – nicht mit dir!

Transphobie-Screening für TherapeutInnen

Betroffene können jetzt, ihre  TherapeutInnen einem „Transphobie-Screening“ unterziehen, TransHealth hält jetzt auch einen Fragebogen zur Erfassung transphober TherapeutInnen (FETT) breit, näheres hier. Der Fragebogen ist auch geeignet Bekannte, Kollegen und Familie einem einem „Transphobie-Screening“ zu unterziehen.




Publiziert am von Serena Santiago Dieser Beitrag wurde unter Menschenrechte, Missstände, Presse Medien, Transexualität abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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