Totschlagargument: Als Mann geboren

Totschlagargument oder Killerphrase

Ohne Mindestmaß an Transphobie geht es nicht…

Das Totschlagargument: „als Mann geboren“ / „als Junge geboren“  , scheint unangreifbar, eine Killerphrase die Gebetsmühlenartig wiederholt wird und niemals fehlen darf, in einer wie auch immer gearteten, Berichterstattung über Betroffene von Transsexualität. Ein tendenziell polemisch feindseliger Umgang mit Transsexualität, ist nach wie vor wohl, ein MUSS in deutschen Medien, Presserat weiter uneinsichtig.

Beide Arten von Phrasen haben das gleiche kommunikative Ziel. Das „Totschlagargument“ ist eine bestimmte Form der Killerphrase, die einen argumentativen Anschein hat. Solche Phrasen sollen Widerspruch verhindern („totschlagen“). Sie können auch der Ablehnung oder der Herabsetzung der Gesprächspartner dienen, wie in diesem Fall. In der Demagogie unverzichtbar wie „Antisemitisch“ – dem klassischsten Todschlagsargument.

Es ist eine perfide Sprachverdrehung:

wenn man sagt z.B. :

  • ist als Politiker geboren,
  • ist als Sänger geboren,
  • ist als Mann geboren,
  • ist als Physiker geboren,

Dann heiß dass so viel wie: Dieser Jemand, hat ein ganz außerordentliches Talent zu etwas bestimmten, ist z.B. ein begnadeter  Sänger. Jemand ist als Mann geboren – heiß also so viel wie: Jemand hat ein ganz besonderes Talent zum Mann sein, ist besonders zum „Mann sein“ begnadet.

Und jetzt kommt der schändliche Skandal:
Trotz des „ganz besonderen Talentes zum Mann sein„, will „ER“ dann abstruser Weise Frau sein / werden.

  • Sexistisches Kokettieren,
  • Sensation machen – wo keine ist,
  • Skepsis erzeugen – ‚kann dass richtig sein‚,
  • Demaskieren – diese vermeintliche Frau ist keine „echte“, „Reinrassige“ Frau.

Der Leser/ Zuschauer ist also scheinbar bewahrt worden, vor dem Irrtum, eine „Unechte“, „Minderwertige“, „nicht Reinrassig-genetisch einwandfreie“ Frau, für eine echte Frau gehalten zu haben. Der Rassismus Attitüde wird  Vorschub geleistet, ja billigend in kauf genommen.

Doch – das Gefühl der  Leser/ Zuschauer trügt sie nicht, sie sind tatsächlich getäuscht worden. Nicht zwar von einer armen Transsexuellen, die böswillig den  Leser/ Zuschauer  über ihr Geschlecht zu Betrügen versucht hat, da ja “ als Mann geboren“ sich eine Behandlung erschleichen wollte, die ihr nicht zusteht – Nein – der Journalist / Moderator wollte  den  Leser/ Zuschauer  täuschen, indem er sein argloses Denken, vorsätzlich in eine falsche Richtung zu lenken versuchte und auf eine falsche Hauptvoraussetzung leitete. Und dass nur aus Sensationslüsternheit,  und Bequemlichkeit, seiner Verantwortung gegenüber einer Minderheit spottend.

Eine falsche Hauptvoraussetzung soll im ersten Gedanken etabliert werden: Als Mann geboren – heiß also so viel wie: Jemand ist, der absolute, besonders vollkommene, zum „Mann sein“ begnadete Mann. Das heiß im Nebenschluss – Dieser Jemand ist ein Mann. Da dieser sich anscheinend „einbildet“ kein Mann zu sein, ist er unvorstellbar Verrückt. Jemand für den man kein Verständnis haben muss, soziale Deklassierung, Ausgrenzung Diskriminierung und unter der Gürtellinie durch Geschlechts-Verdrehung.

Sicherung der Macht des Patriarchats ?

Auch zur Unterdrückung ist das Mantra, das Totschlagargument da: Diese Frauenart hat gefälligst, durch besondere Unterwürdigkeit im allgemeinen und Maskulinen Trieb-wünschen gegenüber im besonderen, ihre Existenz ständig neu zu Beweisen.

Nichts als eine perfide Unterdrückungs -Maßnahme, zur Sicherung der Macht des Patriarchats, über mutmaßlich weibliche Räume. Ja, so handeln sie – sie sprechen uns, aus taktischen gründen das Frau sein ab – ohne dass selber zu glauben. So wollen sie Macht über uns bekommen, nach dem Motto: Bist du mir gefügig bist du Frau, andernfalls nicht – eine Durchsichtige Strategie.

Vor allem falsch, die  Metapher: „Als Mann geboren“

Wann wird man endlich realisieren dass man nicht nur als Mann – Frau geboren werden kann? Man kann doch doch ebenso als Intersexuelle oder Transsexuelle geboren werden. Also als weibliches Geist selbst, Ichbewusstsein doch mit abweichender Körper Ausprägung, wenn Körper und Geist nicht zusammenpassen – was dann? Man kann nicht transsexuell werden, man muss so geboren werden. Da wir eben der Geist sind, unser Gehirn, werden sie doch als Frau geboren. Die falsche Metapher macht keinen Sinn, sie schafft nur Verwirrung. Sie ist Ausdruck von Transphobie.


So viel zur transsexuellenfeindlichen Metapher, bzw. dem Mantra: „Als Mann geboren“.

 Killerphrasen und Totschlagargumente werden z. B. eingesetzt, wenn Zweifel bestehen, den Diskussionspartner überzeugen zu können oder wenn der eigene Standpunkt kurzfristig durchgesetzt oder die eigenen Interessen gewahrt werden sollen. Mit solchen Phrasen wird ein kreativer Prozess in einer Diskussion verhindert. Die fehlende Überzeugungsabsicht unterscheidet das Totschlagargument von einem Argument.




Publiziert am von Serena Santiago Dieser Beitrag wurde unter Presse Medien, Transexualität, Transsexuelle, Zeitgeist abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Totschlagargument: Als Mann geboren

  1. Mona Maier sagt:

    Hmmm,
    habe mir bislang darüber nochkeine Gedanken gemacht, aber es steckt viel wahres in deinen Ausführungen – besonders der Teil, dass wir unique women oder Frauen dadurch als „Verrückte“abgestempelt werden. Muss allerdings dazu sagen, dass dies in meinem aktuellen, persönlichen Umfeld zum Glück sich ganz anders darstellt und ich im Gegenteil als Frau ganz akzeptiert werde – eigentlich mehr als ich es aktuell kann, solange die GaOP noch bevor steht.

    • Hallo Mona,
      die Metapher: „Als Mann geboren“ zieht sich wie ein roter Faden durch wirklich alle Berichte, in TV oder Print Medien, in keinem Bericht – taucht es nicht ein oder mehrmals auf?

      Mann hört es so oft – dass man es schon zu überhören beginnt.

      Es ist die scheinbare Harmlosigkeit der Worte, sich sich erst bei näherem hinsehen als durchaus nicht Harmlos entpuppen.

      Auch mehr Bewusstsein bei den Betroffenen zu schaffen, über diese Mechanismen die da ablaufen, möchte ich. So was nicht länger mit sich machen zu lassen.
      Auf der Spur von Transphobie, kommt man da dieser, doch durchaus unterschwellig feindseligen Metapher: „Als Mann/Junge geboren“, nicht vorbei.

      An allgemeiner TS Feindlichkeit kommt letztlich niemand vorbei. Gerade auch selbst ein Verständnisvolles Umfeld, kann früher oder später in die Gefahr kommen, der Sekundären Doppeldiskrimminirung. Gerade auch Nicht-betroffene, die eine aufgeklärte, verständnisvolle Haltung zu Ts einnahmen, mussten da schon üble Erfahrungen machen. Bleibt dir persönlich natürlich zu wünschen, dass du und auch dein Umfeld, von Diskriminierungen verschont bleibst… 🙂

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