Geboren im falschen Körper – Wenn Söhne zu Töchtern werden

Oder besser:

Wenn vermeintliche Jungen sich als Mädchen entpuppen

Die Filmreportage von Christian Weibezahn,  AZ-Media, wurde auch schon im TV ausgestrahlt und trotz einiger Schwächen, gehört sie zu den besseren Filmen dieser Art.  Dies ist insbesondere dem offenen, natürlichen Auftreten der Betroffenen und ihrer Angehörigen, zu verdanken. Auch der Hamburger Kinder – Facharzt Dr Achim Wüsthof macht hier Hoffnung, da er in der Behandlung konsequent, die richtigen Wege geht.

Sicher findet sich auch hier, das berühmte Haar in der Suppe der Formulierungen, frei von Transphobie ist auch dieser Film nicht , doch alles in allem, kann man sich den Bericht doch gut ansehen. (Man ist schlimmeres gewohnt)


Geboren im falschen Körper – Wenn Söhne zu Töchter… – MyVideo.de

Sicher ist auch hier wieder, die abstoßende, transphobe Ausdrucksweise „war mal ein Junge“ zu finden, obgleich dass so völlig falsch ist, also ist auch dieser Tv-Beitrag nicht frei von Transphobie. Das berühmte Haar in der Suppe.

Warum?

  • Diese Formulierung ist Transsexuellenfeindlich.
  • Sie stellt den Körper von Ts, über den Geist,  das Gehirn und das Bewusstsein.

Was war denn Kim -X bei Geburt, wenn sie ein weibliches Gehirn hatte, dass in einem maskulin fehl-gebildeten Körper steckte?
War sie der fehl-gebildete Körper, also maskulin, Junge, oder der Geist, Bewusstsein, und Gehirn, also weiblich ?
Ich hoffe sie können dieser Logik folgen.

Somit ist diese Formulierung Transsexuellenfeindlich, ganz egal wie oft sie gebraucht werden mag.

Trotz alledem ist es schon Gelungen mal einen besseren Filmbericht zu diesem Thema zu machen, und was die ‚Schönheitsfehler‘ angeht, Nobody is Perfekt….




Publiziert am von Serena Santiago Dieser Beitrag wurde unter Presse Medien, Transexualität, Transsexuelle, Zeitgeist abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Geboren im falschen Körper – Wenn Söhne zu Töchtern werden

  1. Peter Zurek sagt:

    Sehr Informativ mit kleinen Schönheitsfehlern!
    Auf jeden Fall gucken und dabei nachdenken.
    Danke lg.PETRA MARIE ‚ Zurek

  2. Jochen Alex sagt:

    Interessanter Beitrag! Ich bin schon 42 und bei mir war es damals ähnlich. Ich hatte als Kind immer mit Puppen gespielt, mich für Schmuck usw. interessiert, bin in Muttis Stiefel geschlüpft die waren fast so lang wie meine Beine. Sah lustig aus…
    Am liebsten hatte ich auch mit Mädchen gespielt und Dinge gemacht die Mädchen lieber machen als Jungs. Meine Haare waren auch immer so Schulterlang, ich hatte Naturlocken deshalb nannten mich die Kinder immer „Schillerlocke“.
    Leider hatten meine Eltern das nie verstanden, bzw. nicht erkannt was mit mir los war. Aber dafür durfte ich auch soviele Puppen und Stofftiere haben wie ich wollte. Ich hatte also schon gewisse Freiheiten.
    Ich hatte mich eigentlich schon immer wie ein Mädchen verhalten, auch in der Pubertät, ich kaufte mir Mädchen-Zeitschriften, sammelte Rezepte, Stickers usw. und fand auch Sänger wie Elvis, Robbie Williams usw. toll.
    Als Teenager hatte ich mal ein Herren-Fahrrad von meinem Vater geschenkt bekommen. Mit der Querstange kam ich nie zurecht, da hatte ich sie in meinem jugendlichen Leichtsinn einfach mal abgesägt, weil ich wollte ja eigentlich ein Damenrad, bzw. eines ohne die Querstange.
    Ich kaufte mir auch oft Frauensachen wie z.B Socken, T-Shirts oder Hosen. Einfach deshalb weil ich sie bequemer fand und sie mir gefielen.
    Anfangs dachte ich nur, ich wäre bisexuell. Der Begriff Trans* war damals noch nicht so bekannt, bzw. die Leute assoziierten damit einfach nur Männer die sich entweder in Frauenkleidern zeigen, oder eben diese „Schwanzfrauen“ wie man sie aus der Rotlicht-Szene kennt.
    Ich war damals der Meinung daß sich Bisexuelle tatsächlich manchmal auch als Frau fühlen. Somit war das für mich „normal“.
    Ich hatte auch nie verstanden warum ich so „anders“ bin als andere Männer. Ich war vielleicht das, was man vielleicht ein „Weichei“ nennt. Keine schnellen Autos, kaum Fußball, dafür mochte ich aber Blumen, Katzen usw. sehr und ich gehe auch gerne shoppen. Und im Hinterkopf hatte ich immer nur den Gedanken daß ich eigentlich eine Frau sein müsste. Auch im Traum sah ich mich oft als Frau.
    Dieses „Frau-Sein“ hatte ich dann lange Zeit einfach nur als „Fantasie-Vorstellung“ oder Wunschdenken deklariert.
    Ich war eben total anders, auch vom Verhalten her. Ich kann z.B auch Multitasking oder andere Dinge die eher typisch weiblich sind. Aber warum das so ist, hatte ich erst mit 41 erfahren als ich mich intensiver mit dem Thema Transsexualität befasst habe.
    Naja, ich habe aber seit 20 Jahren einen festen Job der mir sehr gefällt. Und da wäre es schon irgendwie seltsam wenn man nach 20 Jahren auf einmal zur Frau wird. Wenn ich heute ein Teenager wäre, würde ich mich sofort behandeln lassen. Aber heute, mit 42 ist das schon schwieriger, vor allem wenn man schon jahrelang in seinem „Traumberuf“ arbeitet.

  3. MarieLiesa sagt:

    Zum Kommentar von Jochen Alex kann ich nur sagen: Wenn Du damit leben kannst, dann werde glücklich, ich gönne es Dir. Aber ich habe es nicht gekonnt.

    Ich habe immer wieder Frauen um das Geschenk des Frau-Seins, das sie von der Natur bekommen haben, beneidet und habe es gehasst, ein Mann sein zu müssen. Jahrzehntelang habe ich diese Gefühle unterdrückt, weil ich nichts damit anfangen konnte, ich hielt sie für erotische Phantasien, verbunden mit einem Problem mit dem männlichen Rollenbild. Meine sexuelle Orientierung ausschließlich auf Frauen hin hat mir dabei zusätzlich noch einen bösen Streich gespielt: Mit männlichem Körper und Frauen liebend konnte ich doch nichts anderes als ein Mann sein, oder? Aber in den letzten 15 Jahren (ich bin 54) sind diese aggressiven Neid-Schübe immer heftiger geworden und in immer kürzeren Abständen gekommen.
    Vor vier Jahren war ich ein verbitterter griesgrämiger Mensch mit männlichem Körper, der sich selbst und die Welt gehasst hat, insbesondere jene Frauen, die meiner Meinung nach das Geschenk des weiblichen Körpers nicht zu schätzen gewusst haben oder sogar es gar nicht haben wollten. Ich bin immer wieder auf Webseiten gelandet, die Geschlechtsänderung zum Thema hatten, und habe diejenigen bewundert, die ihren männlichen Körper in einen weiblichen geändert haben, und bin jenen mit totalem Unverständnis begegnet, die einen weiblichen Körper hatten, und den in einen männlichen geändert haben. Da mir meine Wut und mein Neid nicht mehr normal vorgekommen sind, habe ich das in einer Therapie zur Sprache gebracht.
    Vor zwei Jahren ist mir dank meiner Therapie mit einem mal klar geworden, dass ich doch ebenfalls eine Geschlechtsänderung machen kann, wie so viele es tun. Von da ab waren meine negativen Gefühle und Gedanken nicht mehr vorhanden und ich arbeite seitdem nur noch auf dieses Ziel hin. Mittlerweile bin ich juristisch eine Frau und werde in ein paar Wochen meine GAOP haben. Ich habe niemals an der Richtigkeit meiner Entscheidung gezweifelt. Ich lebe endlich „richtig“, so wie ich bin; dieses Gefühl des Verkehrtseins ist fort, obwohl ich immer noch der selbe Mensch bin, der ich vorher war.
    Ich habe das Glück, dass meine Famile (mit Ausnahme meiner Ehefrau) mich dabei unterstützt und auch meine Arbeitskollegen (mit ebenfalls einer Ausnahme) meine Änderung und die daraus entstehenden Konsequenzen akzeptieren. Mein Job hängt nicht von meinem Geschlecht ab. Dem Computer ist es egal, ob eine Frau oder Mann daran sitzt.

    Ich kann auch nicht verstehen, wie es Mann-zu-Frau-Transgender geben kann, die zwar als Frau leben, aber keine OP haben wollen. Sie werden niemals in die Sauna oder an einen FKK-Strand gehen können. Und sie werden niemals weibliche Sexualität wirklich körperlich genießen können.
    Mittlerweile hat sich meine sexuelle Orientierung auf bisexuell geändert. Ich kann nicht sagen, ob das von der Hormonbehandlung kommt, oder ob ich ein soziales Rollenbild annehme, allerdings der Schwerpunkt liegt immer noch auf Frauen. Von der Transe zur Lesbe, wie ich manchmal spaßhalber zu sagen pflege.
    Marie

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